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London: Kinder mit Zahnschmerzen erhalten zumeist Schmerzmittel aus der Apotheke

In Großbritannien werden Tausende von Kindern mit Zahnschmerzen von den Eltern nicht zum Zahnarzt gebracht, sondern zur Apotheke, zum Hausarzt oder in die Notfallambulanz - dies kostet den National Health Service (NHS) geschätzte 2,3 Millionen Pfund pro Jahr.

Nur 30 Prozent der Kinder mit Zahnschmerzen werden in London zum Zahnarzt gebracht. Stattdessen führt der erste Gang die Eltern meist in die Apotheke (65 Prozent). Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der Queen Mary University of London hervor - erhoben wurden die Daten von 951 Apotheken in London sowie von 6.915 Eltern, die von November 2016 bis Januar 2017 Schmerzmittel für ihre Kinder nachfragten.

"Kinderzahnschmerzen werden jedermanns Sache"

Dies habe spürbare Konsequenzen für den National Health Service (NHS), erläutert Studienautorin Dr. Vanessa Muirhead vom Institute of Dentistry der Queen Mary University of London. Denn fast jedes zehnte Kind hatte Anzeichen und Symptome, die auf einen zahnärztlichen Notfall hindeuteten, so dass sie von den Mitarbeitern der Apotheke an Notdienste verwiesen wurden. Diese "unangemessene und übermäßige Nutzung mehrerer Gesundheitsdienste" koste den NHS "eine beträchtliche Menge Geld", so Muirhead.

"Kinderzahnschmerzen werden jedermanns Sache", schreiben die Autoren. Und sobeliefen sich die Kosten für den NHS für Londoner Kinder, die nicht-zahnmedizinische Dienste für orale Schmerzen in Anspruch nahmen, im Untersuchungszeitraum auf 36.573 Pfund.

Allein für London kommen so jährliche Kosten von 373.288 Pfund zustande

Hochgerechnet auf ein Jahr kommen so Kosten von 373.288 Pfund zustande. Bezogen auf Großbritannien geht Muirhead davon aus, dass der NHS geschätzte 2,3 Millionen Pfund pro Jahr ausgibt, wenn Kinder mit oralen Schmerzen unangemessen mehrere Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen.

"Wir müssen integrierte Systeme und Überweisungsprozesse entwickeln, bei denen Hausärzte, Apotheker und Zahnärzte miteinander sprechen, um sicherzustellen, dass Kinder mit Zahnschmerzen so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen", empfiehlt die Studienautorin.

41 Prozent der Kinder hatten laut Untersuchung Zahnschmerzen; 20 Prozent hatten Schmerzen durch einen neu ausbrechenden Zahn und 15 Prozent hatten ein schmerzhaftes Geschwür im Mund. Samstage und Sonntage waren die Haupttage, an denen die Eltern Apotheken aufsuchten.

Lediglich 58 Prozent der Kinder in Großbritannien und 49 Prozent der Kinder in London hatten 2016 einen Zahnarzt besucht, obwohl die zahnärztliche Versorgung in Großbritannien für Kinder unter 18 Jahren kostenlos ist und die nationalen Richtlinien mindestens jedes Jahr Zahnarztbesuche für Kinder empfehlen.

Vanessa Muirhead, Zahidul Quayyum, Donal Markey, Sally Weston-Price, Annette Kimber, Wayne Rouse, Cynthia Pine, ‘Children’s toothache is becoming everybody’s business: Where do parents go when their children have oral pain in London, England? A cross-sectional analysis’ in: BMJ Open 2018;0:e020771. doi:10.1136/bmjopen-2017-020771;

Quelle: ZM-Online.de