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Parodontitiskeime beeinflussen Risiko für Speiseröhrenkrebs

9. Januar 2018

Die orale Mundflora kann sich bekanntlich durch Rauchen, starkes Trinken, Diäten und Zahnfleischerkrankungen oder Magen-Reflux verändern - und auch das Risiko von Adeno- oder Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus beeinflussen, wie die Forscher um Jiyoung Ahn vom Laura and Isaac Perlmutter Center in New York herausfanden.

In der prospektiven Fall-Kontroll-Studie dienten Mundspülproben als Ausgangsmaterial, die zuvor im Rahmen zweier großer Studien archiviert worden waren: Am Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial und an der American Cancer Society Cancer Prevention Study II hatten 122.000 Erwachsene teilgenom­men. Alle waren zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr und galten als gesund und krebsfrei. Im Verlauf des 10-jährigen Untersuchungszeitraums erkrankten 106 Personen an Speiseröhrenkrebs.

Die Forscher analysierten diese Mundspülproben (81 Patienten mit Adenokarzinom des Ösophagus (EAC) und 25 Patienten mit Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (ESCC)) und verglichen sie jeweils mit der doppelten Anzahl von Kontrollen, die nicht an Krebs erkrankt waren.

Tannerella forsythia und Porphyromonas gingivalis erhöhen das Risiko

Sie fanden signifikante Assoziationen: So besteht ein 21 Prozent erhöhtes Krebsrisiko auf ein EAC in Verbindung mit Tannerella forsythia. Porphyromonas gingivalis wurde dagegen häufiger bei Patienten mit ESCC gefunden. Beide Bakterienarten tauchen bei Patienten mit chronischer Parodontitis in den Zahnfleischtaschen auf. Auf welche Weise sie das Risiko für ein Ösophagus­karzinom erhöhen, ist bisher nicht bekannt.

Streptococcusarten und Neisseria-Bakterien verringern das Risiko

Im Unterschied dazu waren Streptococcusarten und Neisseria-Bakterien mit einer Verringerung des Risikos für Speiseröhrenkrebs um bis zu 24 Prozent assoziiert. Es ist bekannt, dass Neisseria die Toxine im Tabakrauch abbauen und dass Raucher geringere Mengen dieser Bakterien in ihrer Mundflora aufweisen als Nichtraucher.

Den Autoren zufolge könnten die neuesten Erkenntnisse helfen, Richtlinien zu entwickeln, die den Ärzten bei der Risikobewertung und Früherkennung von Speiseröhrenkrebs helfen. Das Team will jetzt die biologischen Hauptfunktionen einiger Bakterien im Mund analysieren, um zu sehen, wie diese Stoffwechselwege das Krebsrisiko beeinflussen können.

Die Studie ist demnach die erste, die unter den fast 300 Bakterienarten in der Mundhöhle diejenigen identifiziert, die statistisch mit dem Risiko verbunden sind, Speiseröhrenkrebs zu bekommen. Speiseröhrenkrebs ist eine der Top-10-Ursachen für Krebstod in den Vereinigten Staaten - etwa 13.000 Menschen sterben daran jährlich, vor allem Männer.

Quelle: ZM-Online 

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